Besuch aus Muta 2008


Freitag, der 24. Oktober, gegen Mittag: Gesang, Akkordeon- und Klarinettenklänge vor dem Haus Mönchssiepen 16, das ganz offensichtlich auf Besuch vorbereitet ist, denn es ist schon Tage zuvor geschmückt mit der Deutschland- und der Europafahne, zudem weht da noch die von Slowenien. Familie Merk, die hier wohnt, hat schon äußerlich alles für einen würdigen Empfang vorbereitet.

Seit Jahren gehört Eberhard Merk zum Festausschuss vom Postsportverein (PSV) Heiligenhaus, der seit 40 Jahren mit dem SD (Sportverein) Muta befreundet ist. Zu diesem Jubiläum kamen diesmal zwölf Sportler aus Muta. Immer, wenn die Sportler aus Muta nach PSV Heiligenhaus fahren, dann beginnt der Besuch bei Merks. Er endet übrigens auch da.

Offizielle Partnerstadt der Stadt Heiligenhaus ist Muta, gelegen im Norden von Slowenien, in der Nähe der Grenze zu Österreich, etwa 3000 Einwohner groß, nicht. Aber dennoch gab es einen Stadtempfang, zu dem stv. Bürgermeister Hans Peter Schreven im Rathaus die Begrüßung sprach. Ob die Städte Muta und Heiligenhaus mal offizielle Partner werden? Angestrebt ist es. Vielleicht in zwei Jahren, wenn der PSV Heiligenhaus Muta besucht. P.S.: Beim Stadtempfang wehte die slowenische Fahne am Rathaus. Dafür brauchte die Stadt kein Geld auszugeben. Die Familie Merk hatte sie zur Verfügung gestellt. Und nach dem Empfang ging es zum Friedhof zum Grab von Friedhelm Klasen, der zu den Pionieren der Partnerschaft gehört.

Wohin geht man, wenn man Gäste hat? Als Heiligenhauser natürlich ins Heimatmuseum in der alten Schule Abtsküche. Reinhard Schneider und natürlich auch der Vorsitzende vom Museum. Peter Ihle selbst, vermittelten den Gästen ein Stück von Alt-Heiligenhaus. Ganz nebenbei: Peter Ihle war bei allen Veranstaltungen ein gern gesehener Gast. Er kam übrigens auch zur Verabschiedung.

PSV-Vorsitzender Udo Brauner und seine Frau Kerstin, die beim PSV die Gymnastik-Abteilung leitet, sind Wein-Liebhaber. So fehlte ein Ausflug nach Zeltingen an die Mosel nicht. Und siehe da, was entdeckte dort ein Gast aus Muta im Weinlager: Die Metallfässer waren „made in Slowenija“. Wie es der Zufall so will, kennt dieser Gast, eine junge Frau, einen der Weinfass-Produzenten. Ob sich da eine Geschäftsbeziehung anbahnt? Wer weiß? Für alle wichtig und schön war der Spaziergang durch die Weinberge mit Blick auf die Mosel.

Heiligenhaus ist zwar keine Stadt des Ruhrpotts, aber der ist halt nicht weit entfernt. So fehlten ein Besuch im Bochumer Bergbaumuseum und in der Zeche Zollverein (Essen-Katernberg) nicht. So ganz nebenbei: In Muta gibt es auch ein Heimatmuseum. Ein Museumsstück ist ein – Kupolofen. Dass der allerdings in Betrieb war, ist lange, lange her.

Der Bericht wäre nicht vollständig, würden die Abende im „Dorfkrug“ fehlen. Besonders erwähnt sei der slowenische Abend. Die Gäste erwiesen sich als sehr sangesfreudig. Und bei einem dieser Abende wurde ein Geburtstag gefeiert: Gast Damian ist genau so alt wie die Partnerschaft zwischen dem SD Muta und dem PSV besteht. Wenn das kein gutes Zeichen ist.

Alfons van Bevern